Die Rolle von Zwischenfrüchten im Weinbau für die Zukunft
Magazin | Journal Wissenswertes, Südafrika
Biodiversität fördert die Klimarobustheit
Das IPCC prognostiziert, dass die Temperaturen im südwestlichen Afrika in den kommenden Jahrzehnten überdurchschnittlich ansteigen werden, wodurch sich die Bedingungen für den Weinbau stark verändern. Um zukünftige Klimakrisen zu überstehen, ist es entscheidend, die Biodiversität zu fördern und die Gesundheit der Böden zu stärken, damit die Weinberge langfristig erhalten bleiben.
Bodengesundheit in Weinbergen
Der Einsatz von Zwischenfrüchten sowie Mulchen zählt zu den effektivsten Methoden für die Förderung der Bodengesundheit. Wissenschaftler weisen darauf hin, dass kahler Boden nicht nur anfälliger für Erosion ist, sondern auch die mikrobielle Aktivität untergräbt. Studien haben gezeigt, dass Weinberge, die mit Zwischenfrüchten bewirtschaftet werden, während heißer Perioden besser abschneiden und gesündere Wurzelsysteme entwickeln können.
Die verbesserte Mikrobiota hat entscheidende Vorteile, da sie die Feuchtigkeit speichern und gleichzeitig die Bodentemperatur regulieren kann. Effektive mikrobielle Gemeinschaften tragen zur Fruchtqualität und möglicherweise auch zur Ertragssteigerung bei.
Die Bedeutung von Zwischenfrüchten
Verschiedenearten von Zwischenfrüchten bieten spezifische Vorzüge. Das Pflanzen einer Vielzahl von Sorten ist optimal, vor allem, da sie sich an unterschiedliche Wetterbedingungen anpassen. Bei der zunehmenden Häufigkeit von Klimaphänomenen wie Stürmen und Überschwemmungen minimieren Zwischenfrüchte wie Serradella das Risiko von Erosion. Sie tragen dazu bei, die Porosität des Bodens zu erhöhen, was die Wurzelentwicklung fördert.
Ältere Reben zeigen oft eine verbesserte Säurestabilität während der Sommermonate. Eine Untersuchung zu diesem Phänomen findet gegenwärtig an der Universität Stellenbosch statt. Zudem sind Zwischenfrüchte sehr effektiv bei der Speicherung von Feuchtigkeit im Boden, solange sie mit Bedacht eingesetzt werden, damit sie keinen Wasserstress bei den Reben verursachen. Zwischenfrüchte wie Lupinen steigern den Stickstoffgehalt, während sie Unkräuter unterdrücken, was insbesondere für ältere Weinberge von Bedeutung ist.
Darüber hinaus fördern Zwischenfrüchte die Biodiversität und bieten Lebensräume für Insekten und Mikroben. Das Anpflanzen von Blumen und Sträuchern zieht Bestäuber an und bekämpft Schädlinge wie Ameisen und Blattläuse. Dies ist wichtig, um die Ausbreitung von Viren zu verhindern.
Aussichten aus biodynamischer Sicht
„In der biodynamischen Landwirtschaft verwenden wir Zwischenfrüchte zur Verbesserung der Bodengesundheit in unseren Weinbergen“, sagt der biodynamische Landwirt Ishaan Lilje von Reyneke Wines. „Unsere Zwischenfrüchte umfassen verschiedene Getreide- und Hülsenfruchtarten, welche die Erosion minimieren und die Vielfalt fördern. Die Nguni-Rinder grasen zwischen den Weinbergreihen und tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei, da ihr Dünger die Erde anreichert.“
Im Frühling werden unsere Zwischenfrüchte leicht untergearbeitet, wodurch wertvolle Nährstoffe in den Boden zurückgeführt werden. So wird dringend benötigter Stickstoff frei, der im Wachstum bereits gebunden war und nun den Weinbergen zugänglich ist. Dadurch schaffen wir ein nachhaltiges System, das den Herausforderungen des Klimawandels gewachsen ist.